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Fear and Loathing in Las Vegas

by mister on Juni 17th, 2010
Fear and Loathing in Las Vegas Kritik

Action:★★★¼☆ 
Humor:★★★★★ 
Spannung:★★★☆☆ 
Romantik:½☆☆☆☆ 
Drama:★★★★☆ 

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Erscheinungsjahr: 1998 Regie: Terry Gilliam Darsteller: Johnny Depp, Benicio Del Toro, Cameron Diaz Genre: Komödie, Fantasy, Drama Produktionsland: USA Laufzeit: 118 min. Imdb-Wertung: 7,6/10

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Um nicht zu übertreiben werde ich die realistische Einschätzung ein wenig unterbieten, aber selbst in diesem Fall habe ich Fear and Loathing in Las Vegas schätzungsweise 25 mal gesehen. Ich kann mich an Sommerferien erinnern, während denen ich mich jede Nacht vor dem Schlafengehen noch ein halbes Stündchen von dem Film habe einlullen lassen (an viel mehr aus dieser Zeit kann ich mich allerdings nicht erinnern). Vor kurzem überkam mich wieder die Lust und ich habe mir den Film nocheinmal zur Abendlektüre gemacht; diesmal mit dem Vorsatz einen Artikel darüber zu verfassen.

Fangen wir mit den zentralen Daten an. Vorneweg: Ich befürchte, dass ich nicht in der Lage sein werde mich auf das wesentliche zu beschränken. Fear and Loathing ist eine Produktion aus dem Jahre 1998. Unter Regie von Terry Gilliam (12 Monkeys, Tideland), der früher auch für die britischen Comedians Monty Pythons tätig war, wurde ein grandioses literarisches Werk der späten Hippie-Ära verfilmt, welches im Jahr 1972 unter gleichnamigem Titel veröffentlich wurde. Aufgrund seines wahnwitzigen Charakters galt das Buch lange als unverfilmbar und diverse Anläufe scheiterten. Auch Gilliam selbst hatte lange gezögert, bevor er in den 90ern auf die Idee kam, dass der richtige Augenblick gekommen sei, um den Film zu verwirklichen. Seiner Ansicht nach stand die extrovertierte, ausgeflippte Art des Werkes in einem interessanten Gegensatz zur zurückhaltendenden unauffälligen Lebensweise der 80er und 90Jahre. Für die Hauptrollen wurden Johnny Depp und Benicio Del Toro gecastet. Daneben liefern auch Cameron Diaz und Tobey Maguire Gastauftritte.

US-Autor Hunter S. Thompson beschreibt mit Fear and Loathing in Las Vegas, wie sein Alter Ego (Raoul Duke, im Film gespielt von Johnny Depp) zusammen mit seinem Anwalt (Dr. Gonzo, gespielt von Benicio del Toro)von LA nach Las Vegas fahren, um für das Rolling Stone Magazin über das Mint 400 Motorradrennen zu berichten. Tatsächlich ist die Story eine verzwickte, undurchschaubare Mischung aus Realität und Fiktion. Thompson war während seiner schriftstellerischen Karriere lange Zeit als Journalist tätig, was sowohl seinen Schreibstil wie auch seine Inhalte stark prägte. Allerdings beschäftigte Duke auf diesem Trip nach Las Vegas sich nicht wirklich mit dem Mint 400. Unter Einfluss diverser Drogen geraten Dr Gonzo und Duke völlig aus der Bahn und machen sich auf den Weg, den amerikanischen Traum zu finden

Neben der großartigen Story, die mittlerweile Kult-Status erreicht hat und als ein Abschlussbericht der Hippie Bewegung angesehen werden kann, ist es außerdem der unverwechselbare Charakter Terry Gilliams, der einwandfrei mit dem Kontext dieser Story harmoniert. Verzerrte Perspektiven und chaotisch aufgebaute Sets geben dem Film seine verrückte Atosphäre. Im Zentrum des Films trägt das grandiose Schauspiel der beiden Hauptdarsteller durch die gesamten 118 Minuten. Del Toro und Depp spielen ihre Charaktere hingebungsvoll und versinken soweit in ihrer Rolle, dass man sie teilweise kaum noch wiedererkennt. Für seine Rolle als Thompson/Duke verbrachte Johnny Depp viele Monate mit Hunter Thompson. Der Autor ließ Depp bei sich zuhause wohnen, auf einem großflächigen Gelände in Aspen, Colorado, und engagierte ihn schließlich als seinen Road Manager. Mit seinem eigensinnigen Schauspiel bringt Depp viel Humor auf den Bildschirm. Laut eines Interviews, war seine Hauptaufgabe am Set die Crew zum Lachen zu bringen. Für die Rolle des Dr. Gonzo hatte der sonst schlanke Benicio del Toro sich eine ordentlich Wampe angefressen und eine wilde Mähne wachsen lassen.

Im gesamten bietet der Film eine einwandfreie Optik, eine ernsthafte, tiefgründige Thematik und jede Menge Unterhaltung. Alle diese Aspekte werden in ein bizarres Verhältnis gesetzt und schaffen so ein Filmerlebnis, dass den Zuschauer durch die knappen 120 Minuten schweben lässt und ihn im Nachhinein auch etwas zum überlegen gibt. Fear and Loathing könnte mit etwas Leichtsinn als einfacher Drogenfilm abgestempelt werden, aber wenn man durch den offensichtlichen Humor und die wirren Phantasien sieht, stößt man dahinter auf Substanz.

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