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Filmkritik: Inland Empire

by mister on November 17th, 2011
Filmkritik inland empire

Action:★★¼☆☆ 
Humor:★★☆☆☆ 
Spannung:★★★★★ 
Romantik:★★★½☆ 
Drama:★★★★★ 
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Erscheinungsjahr: 2006 Regisseur: David Lynch Darsteller: Laura Dern, Jeremy Irons, Justin Theroux Genre: Mystery, Thriller, Drama Produktionsland: PL, FR, USA Laufzeit: 180 min. ImdB-Wertung: 6,9

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Es dauerte eine ganze Weile bis ich etwas zu David Lynchs Inland Empire schreiben konnte. Zu unschlüssig, zu konfus erschien der Film. Aber nach dem  7. Mal Schauen kam dann endlich etwas Brauchbares heraus. Das letzte Werk des Ausnahmeregisseurs setzt einen neuen Maßstab in dem Genre, das der Meister selbst geschaffen hat.

Thematisch setzt Inland Empire implizit an dem Vorgänger Mulholland Drive an. Er beschreibt, wie es der Titel schon sagt, eine Frau in Schwierigkeiten. Ähnlich wie in Mulholland Drive hat die Protagonistin Schwierigkeiten zu sich selbst zu finden und muss dazu in die Tiefen ihres Unterbewusstseins vordringen. Dort eröffnet sich eine abstruse und wahnwitzige Introspektive, die undurchschaubar und düster wirkt, wie man es von einem Werk David Lynchs erwartet.

In der Narration benutzt Inland Empire an vielen Stellen nur Schlüsselreize, die den Anschein erwecken im Hintergrund würde eine ganz andere Geschichte erzählt werden. Hinter der strahlenden, fast makellosen Phantasie der Protagonistin zeichnet sich ein anderes, düsteres Schicksal ab, das nach und nach konkretere Formen annimmt. David Lynch hat in seiner Zeit schon viele Szenen mit unterschwelligem Thrill entstehen lassen, die einem Schauer über den Rücken jagen. Aber nie zuvor hat er es fertig gebracht so intensive Grusel-Momente in einer derartigen Frequenz an einander zu fügen. Was Lynchs eigenen, verdrehten Stil betrifft, so ist Inland Empire das Meisterwerk dieser Gattung. Was in Lost Highway oder Mulholland Drive nur angeschnitten wurde, findet sich bei Inland Empire in Perfektion. Auch die Zeichnung der Charaktere ist gelungen, allem voran der von Protagonistin Nikki Grace, sofern diese denn als solche auszumachen ist.

Man muss sich bei Inland Empire vor Augen halten, dass der Film einen sehr irritierenden Eindruck hinterlässt, wenn man ihn sieht. Die Narration findet auf zahlreichen Ebenen statt, die auf seltsamste Weise miteinander verwoben sind. Damit ist kaum nachvollziehbar, was eigentlich geschieht. Aber das ist auch nebensächlich. Für die Filme von David Lynch ist es typisch, dass es nicht darum geht was geschieht, sondern wie es erzählt wird. Er selbst sagte hierzu in einem Interview, bei seinen Filmen gehe es darum, die Szenen, die Atmosphäre des Films auf sich wirken zu lassen. Und wenn man sich als Zuschauer darauf einlässt, entwickelt sich ein Hintergrunderlebnis, das der Handlung irgendeine Bedeutung zukommen lässt. Wie nah diese an Lynchs Vorstellungen über den Film liegt, mag dahin gestellt bleiben. Aber wie er über Inland Empire sagte, müsse jeder selbst heraus finden, was der Film für ihn bedeute.

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Action:★★¼☆☆ 
Humor:★★★★★ 
Spannung:★★★★★ 
Romantik:★★★★½ 
Drama:★★★★★ 

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