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Kritik: Das Kabinett des Dr. Parnassus

by mister on Februar 26th, 2011
DoctorParnassus-PosterZ01

Action:★★★★¼ 
Humor:★★★★☆ 
Spannung:★★★☆☆ 
Romantik:★★★★½ 
Drama:★★★★★ 
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Erscheingsjahr: 2009 Regisseur: Terry Gilliam Darsteller: Heath Ledger, Christopher Plummer, Tom Waits, Lily Cole, Johnny Depp, Orlando Bloom, Colin Farrell Genre: Fantasy, Drama, Komödie Produktionsland: USA, Canada, Frankreich Laufzeit: 123 min. Imdb-Wertung: 7,1/10

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Mit seinem letzten Film hat Terry Gilliam wieder einen Meilenstein gelegt. In Das Kabinett des Dr. Parnassus fließen viele Elemente aus seinen früheren Arbeiten zusammen und schaffen ein komplexes, phantasievolles und einzigartiges Gesamtwerk.

Ich habe den Film 2009 im Kino gesehen und vor etwas einer Woche hat meine Videothek ihn mir nochmal zugeschickt. Seitdem habe ich den Film schon zwei Mal geschaut und bin im Begriff, ihn ein weiteres Mal anzusehen, bevor ich ihn zurück schicke. Früher oder später wird es wohl darauf hinaus laufen, dass ich mir das Video kaufe. Aber der Film hat auch so viel zu bieten, dass er ein paar Durchläufe wert ist. Jeder der Charaktere erzählt irgendwo in der wendigen Story auf subtile Art seine eigene Story und das gesamte Szenario ist dermaßen phantastisch, dass ich immer wieder neue, interessante Einzelheiten entdecke. Gilliam sagt im Vorwort zu dem Film, Das Kabinett des Dr. Parnassus ging darum, einen Film zu drehen, bei dem er sich voll entfalten kann. Er wollte die Zwänge und sonstigen Einflüsse einmal beiseite lassen und sich nur darauf konzentrieren, was er erzählen möchte. Außerdem sollte der Film möglichst originell sein. Keine Verfilmung einer literarischen Vorlage und definitiv experimentell. Also startete er mit einem leeren Blatt Papier.

Der Tod des Heath Ledgers, der die Hauptrolle in Das Kabinett des Dr. Parnassus spielt, stellte die Produktion vor große Hindernisse. Viele der Szenen mit ihm waren zum Zeitpunkt seines Todes bereits abgedreht, jedoch fehlten die, in denen sich der Protagonist hinter dem Spiegel, also im Kabinett des Doktors aufhält.  Der Todesfall stellte die Crew dann vor die Frage, ob man den Film ohne seine Hauptdarsteller überhaupt fertig stellen könnte. Schon aus dem Grund, dass er als letzter Film Heath Ledgers in die Geschichte eingehen würde und damit Monumental werden müsste. Aber Gilliam und Charles McKeown schrieben das Drehbuch um und glücklicherweise erklärten sich gute Freunde Ledgers dazu bereit, Teile seiner Rolle zu übernehmen. Dazu zählen unter Anderen Johnny Depp und Orlando Bloom. Jeder von ihnen leiht dem Protagonisten in ein paar Szenen das Gesicht und verleiht dem Film noch mehr Charakter. Die Writer haben es geschafft, die tragischen Umstände der Produktion zu nutzen und den Film daran wachsen zu lassen.

Nicht zuletzt ist auch die visuelle Komponente des Films bemerkenswert. Wie für einen Film von Terry Gilliam typisch, ist das Szenario, in dem sich Das Kabinett de Dr. Parnassus abspielt, absurd und bis ins letzte, chaotische Detail durchkomponiert. Ein Produktionsdesign wie dieses erfordert extreme Kreativität und absurdes Vorstellungsvermögen. Es passt zwar nicht mehr, aber ich kann mir nicht verkneifen zum Schluss noch darauf hinzuweisen, wie angenehm es ist, Heath Ledger bei Das Kabinett des Dr. Parnassus zuzusehen. In jeder Szene ist er völlig Präsent ohne dabei aufdringlich zu wirken und  bringt Spieltechniken mit, die nur wenige Schauspieler beherrschen.

6 Comments
  1. Viktor permalink

    Hammer, wieso hab ich den Film noch nicht gesehn, wird sofort nachgeholt ; ) danke Daniel!

  2. admin permalink

    ich habe dir zu danken Viktor! Dank deines Comments weiß ich jetzt offiziell, dass die Videomaschine zum ersten Mal funktioniert hat…:) Langsam begint das Ding zu arbeiten, habe ich das Gefühl…

  3. Den Film hatte ich verpasst als er lief, jetzt steht er wieder auf der Liste. Die Videomaschine funktioniert auf jeden Fall…

  4. admin permalink

    herrlich :)

  5. Gesehen. Guter Tipp, Danke. Hier mal meine 2cents:

    Positiv: Das Skript ist rund, die Dialoge sind interessant geschrieben und beschränken sich aufs Wesentliche. Es wird nicht viel drum herum geredet; ich wüsste keine einzige Szene, die ich für entbehrlich hielte. Die Schauspielerwechsel waren überhaupt kein Problem. Die Szenen im Kabinett sind stilsicher gestaltet, wenn den CGI-Animationen auch leider etwas Budget fehlte. Die Rolle des Teufels/Mephisto war aufs Wesentliche reduziert und glücklicherweise nicht kompromisslos überspielt, wie das ja sonst immer läuft. Der war für mich fast das Highlight des ganzen Films. Ganz im Gegensatz zu…

    Negativ: PERCY! Der war völlig unten durch; schlecht gesprochen (im Originalton), schlechte Gestik, ausdruckslose Mimik. Als wenn Hollywood nur einen Kleinwüchsigen hätte.

    Aber insgesamt: Schöner Traum!

  6. admin permalink

    Das CGI ist wirklich sehr spartanisch, aber alles in allem trotzdem ganz hübsch, finde ich. Ich schätze auch, dass einfach hier und da Budget gefehlt hat. Allerdings wüsste ich auch nicht, wie man mit mehr Mitteln mehr rausholen sollte. Der Effekt ist ja da…

    Ich für meinen Teil mochte Percy :) Du hast zwar recht, er hat nicht gerade viel zu bieten, aber seine Rolle ist ja auch sehr weit im Hintergrund…

    Danke für den comment, agentorange! Ich liebe Feedback!! :)

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