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Naked Lunch

by mister on Januar 9th, 2011
Naked Lunch Kritik

Action:★¼☆☆☆ 
Humor:★★★★★ 
Spannung:★☆☆☆☆ 
Romantik:★½☆☆☆ 
Drama:★★★★★ 
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Erscheinungsjahr: 1991 Regisseur: David Cronenberg Darsteller: Peter Weller, Judy Davis, Ian Holm Genre: Drama, Satire Produktionsland: Kanada, UK, Japan Laufzeit: 115 min. Imdb-Wertung: 6,9/10

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David Cronenbergs Verfilmung des Meilensteins der Beat Literatur ist wirklich ein Leckerbissen. Er ist nicht gerade zugänglich und auch nicht besonders spannend, aber er ist sehr feinfühlig akzentuiert und mit Cronenberg’s Faible für seltsame Requisiten auch sehr unterhaltsam.

Nachdem Bill Lee, der sein Geld als Kammerjäger verdient, seine Frau unabsichtlich erschossen hat, flüchtet er nach „Interzone“, wo er heimtückischen und absurden Machenschaften auf die Schliche kommt. Zumindest habe ich das aus dem Film herausgelesen. Der Plot ist teilweise lose verknüpft und auch nicht wirklich explizit. Außerdem nuschelt der zugedröhnte Protagonist so stark, dass man ihn teilweise kaum versteht, wenn er vor sich hin faselt.

Aber verglichen mit seiner literarischen Vorlage ist er fast kohärent. W.S. Borroughs, der Autor von Naked Lunch, hat an diesem Werk den Cut Style etabliert. Er nahm sein Skript, schnitt es auseinander und mischte die Teile dann einfach zufällig zusammen. Er sagte, damit habe er ein Buch geschrieben, bei dem der Leser an jeder beliebigen Stelle der Geschichte einsteigen kann. Die Story thematisiert zwei der großen Kontroversen ihrer Zeit. Drogensucht und Homosexualität. Aufgrund der verstörenden und unverblümten Darstellung wurde das Buch in den Fünfzigern in den USA verboten. Der Gerichtshof schimpfte es als „literarischen Abschaum“ (Was durchaus zutrifft, das Werk aber keinesfalls schlechter macht).

Der Film jedoch ist um einiges zahmer. Er mag zwar im Einen oder Anderen Ekel hervorrufen, aber er erspart dem Leser einige unangenehme Details. Was den Film für mich ausmacht, ist die Darstellung des Protagonisten. Durch die Sucht nach seltsamen Substanzen wie Insektenvernichtungsmittel, wird er ein völlig gefühlstauber Charakter, der jeden Zugang zur Realität verliert. Damit entwickelt sich ein Moment, bei dem der Charakter in jeder Szene nur noch körperlich anwesend ist, und man selbst als Zuschauer nicht mehr wirklich unterscheiden kann, was Realität ist und was Halluzination.

From → Drama, Mischmaschine

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