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Satyricon

by mister on Mai 7th, 2010
Satyricon Kritik

Action:★☆☆☆☆ 
Humor:★★★★★ 
Spannung:½☆☆☆☆ 
Romantik:☆☆☆☆☆ 
Drama:★★¾☆☆ 

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Erscheinungsjahr: 1969 Regie: Federico Fellini Darsteller: Martin Potter, Hiram Keller Genre: Satire Produktionsland: Italien Laufzeit: 128 min. Imdb-Wertung: 6,8/10

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Als ich vor ein paar Monaten durch den Elektromarkt schlenderte, entdeckte ich auf einem der Wühltische Fellinis Satyricon. Bisher hatte ich nur von Fellini gehört und noch keinen seiner Filme gesehen. Vor allem 8 ½ wurde mir wärmstens empfohlen. Der Preis für Satyricon lag bei etwa fünf Euro, also griff ich zu, um mir mal ein Bild von seiner Arbeit zu machen.

Ein paar Wochen später war es dann soweit und ich habe mir den Film zu Gemüte geführt. Satyricon ist eine Produktion aus dem Jahr 1969. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Titus Petronius Arbiter, der im ersten Jahrhundert  nach Christus, zur Zeit Neros erschienen sein soll. Dieses Schriftstück allerdings ist nur noch in Fragmenten überliefert und diesen Umstand bemerkt man deulich in Fellinis Adaption. Die Narration springt von einem Geschehen ins Nächste, scheinbar ohne einen wirklichen Zusammenhang und ohne jegliche Art von Übergängen. Es gibt ein paar Elemente im Film, die sich wie ein roter Faden durch die Story ziehen, aber im Gesamten bleibt der Film doch sehr diffus. Somit ist Satyricon definitiv kein Film den man sich ansieht, um sich von seiner Geschichte unterhalten zu lassen.

Aber Satyricon hat andere, nicht zu verachtende Stärken, die jeden Freund von Skurrilität und Absurdem auf seine Kosten kommen lassen. Fellini inszenierte das römische Reich in überzogener Satire, die den Zsuchauer zwischen Komik und Ekel hin und her reisst. Dabei lässt er wirklich keine Chance ungenutzt. In riesigen Szenarios, die eher an ein Theaterstück, als an einen Spielfilm erinnern, platziert er ein paar Dutzend Statisten, die in Hauseingängen und an Wegrändern herumsitzen, vor sich hinbrabbeln, in Sprachen, die keiner versteht, oder sonstige Verrücktheiten anstellen. Um diese Stellen richtig zu besetzen bediente er sich zum Teil an Zigeunern und „Leuten aus dem Hinterland“, wie es bei Wikipedia so schön heisst.

Festmähle der kultivierten Römer, reduziert auf schmutzige Völlerei, heruntergekommene Frauen, die zu arabischen Klängen bauchtanzen, stramme Burschen in knappen Kleidchen…es ist alles vorhanden. Der Zuschauer wird ständig von neuem Wahnsinn überrascht. Dabei erinnerte mich Fellinis Film häufig an die Streifen von Terry Gilliam. Überladene Sets und Wahnsinn an allen Ecken und Enden. Ein weiteres Thema, das sich durch den gesamten Film zieht ist die Kinderliebe, vor allem zu kleinen, hübschen Jungs. Und ich muss an dieser Stelle dazu sagen, dass der Film häufig die Grenze des guten Geschmacks überschreitet. Die dargestellte Dekadenz ist teilweise so entartet, dass es schwerfällt weiter hinzusehen.

Aber alles in allem kann ich den Film jedem Freund von chaotischen Sets, wahnsinnigen (und zugleich auch kritischen Inhalten) sehr empfehlen. Die Story an sich, bietet wahrscheinlich nicht so viel Unterhaltung, aber dafür ist jede Szene an sich ein kleines Meisterwerk.

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